Wer war Helmut-Michael Vogel?
1922 geboren, mit 17 Jahren Soldat. Er gehörte dem
„Stalingrad-Jahrgang“ an, der wie kein anderer Jahrgang
junger deutscher Männer in den Schlachten des zweiten Weltkrieges
dezimiert wurde. Mit 22 Jahren wurde er schwer verwundet.
Nach 1945 arbeitete er als Bildreporter, Fachfotograf und Kameramann.
Ab 1958 war er führend im Aufbau des antimilitaristischen
Widerstandes des „Jahrgangs 22“, dessen Reste für die
Bundeswehr rekrutiert werden sollten. Er organisierte die
„Kameradschaft 22“, die später geschlossen zur
„Internationale der Kriegsdienstgegner“ (IdK)
übertrat. 1961 wurde er Vorsitzender des IdK- Kreisverbandes
München, zwei Jahre später wurde er zum Landesvorsitzenden
und Bundesvorsitzenden der IdK gewählt.
In den 60er Jahren war er wesentlich am Aufbau der
Anti-Vietnamkriegs-Bewegung beteiligt. Er hielt Vortragsreisen zum
Thema „Vietnam - wie es dazu kam“ und zum Thema
„Bundeswehr - Armee ohne Auftrag“.
Er leitete den Zusammenschluß der IdK mit der „Deutschen
Friedensgesellschaft“ (DFG) 1968 ein. Diese fusionierte
später mit dem „Verband der Kriegsdienstverweigerer“
(VK) 1974 zur „DFG-VK“. Er blieb bis zu seinem Tode 1979
Bundesvorsitzender der DFG-VK (zusammen mit Klaus Mannhardt).
Seine Hauptanliegen waren neben dem Zusammenschluß aller
pazifistischen Verbände und der Organisierung aller
KriegsgegnerInnen, die Verknüpfung von individueller
Kriegsdienstverweigerung und politischem Wirken für Abrüstung
und Völkerverständigung zur Wirksamkeit eines politischen
Pazifismus, dem sich das Helmut-Michael-Vogel Bildungswerk verpflichtet
fühlt.
Über lange Jahre hinweg hat er viele FriedenskämpferInnen mit
seiner starken Persönlichkeit inspiriert und motiviert.
Ein Buch mit Reden und Aufsätzen von Helmut Michael Vogel ist im Büro der DFG-VK München erhältlich:
Strategien des Pazifismus. Pahl-Rugenstein Verlag 1985, Herausgeber: Klaus Mannhardt.